Zwei Wochen Ausnahmezustand – der Redaktionsalltag auf der Cranger Kirmes
Zuckerwatte, Menschenmengen, Musik und viele Emotionen – zwei Wochen Cranger Kirmes fühlen sich an wie ein lauter, bunter Rausch. Inmitten dieses Trubels hatte ich dieses Jahr die Ehre als Volontärin live dabei zu sein und zu berichten. Na ja, was soll ich sagen? Es war laut, manchmal etwas chaotisch – und voller Pommesduft. Aber vor allem: Eine der aufregendsten Zeit, die ich (bisher) in meinem Volontariat erlebt habe.
Aber über was berichtet man eigentlich auf einer Kirmes? Die Antwort: So ziemlich über alles, worauf man Lust hat! Ob Fahrgeschäfte testen, Geschichten mit Schausteller*innen, Reportagen über die legendäre Single Night oder Einblicke in den traditionellen und bunten Kirmesumzug – als Reporterin auf Crange gibt’s journalistisch keine Grenzen.
Selbst ein Kirmesgottesdienst – am Freitagsabend, mitten auf der Kirmes. Klingt komisch? War‘s auch. Aber irgendwie war genau das das Besondere daran: Ruhe im Kirmeschaos – quasi ein Moment zum Durchatmen und Nachdenken. Auch das ist halt Crange.
Aber wenn mich jemand fragt, was die Cranger Kirmes wirklich ausmacht, ist meine Antwort ganz klar: Die Menschen. Ich habe mich mit unzähligen Kirmesbesucher*innen unterhalten – viele von ihnen kommen seit Jahren, kennen jede Bude, jede Kurve der Geisterbahn und jedes Lied im Festzelt. Die gemeinsamen Erlebnisse und das Zusammensein mit Freund*innen sind für viele der Grund jedes Jahr wiederkommen. Diese persönlichen Geschichten aufzusaugen, war eines der schönsten Erlebnisse für mich.
Meine Highlights: Schlager, eine Hochzeit und der Spaß
Ein persönliches Highlight von mir war das WAZ-Schlagerherz. Ich liebe Schlager und wenn man dafür bezahlt wird, Schlager zu hören, ist das fast zu schön, um wahr zu sein. Aber bevor ich in den Party-Modus schalten und mir das ein oder andere Bierchen genehmigen durfte, hieß es erstmal: Arbeiten. Eine Stunde lang habe ich eine Bedienung im Festzelt begleitet und anschließend ein paar Besucher*innen angequatscht, um für Insta ein Reel der Stimmung zu drehen.
Noch ein tolles Erlebnis: Hochzeit im Riesenrad. Ja, richtig gelesen! Zwei Paare haben sich an der höchsten Stelle des Riesenrads das Ja-Wort gegeben. Das zu begleiten und mir die Geschichte und die Verbindung des Paars zur Cranger Kirmes anzuhören, war schon ziemlich besonders.
Auch die Zusammenarbeit mit meinen Kolleg*innen Vitus, Tamara, Louisa, Arne und Fotograf Frank hat viel Spaß gemacht. Wir haben viel gelacht. Und trotz des ganzen Spaßes, saßen wir auch mal mehrere Stunden einfach nur da und haben in unserem kleinen, aber feinen Kirmesbüro an unseren Artikeln gearbeitet. Und wenn ich sage klein, dann meine ich klein. Und wenn ich sage Büro, dann meine ich eher eine Art Kellerraum mit einem Tisch und sechs Stühlen. Aber auch das war irgendwie was Besonderes und hat Spaß gemacht.
Es gab aber auch einen weniger erfreulichen Moment: Ein größerer Feuerwehreinsatz, bei dem ein Teil der Kirmes vorübergehend gesperrt wurde. Zum Glück ist nichts Schlimmes passiert, aber für mich hieß das: warten, warten, warten. Auf Infos. Auf Entscheidungen. Auf das „Go“ zur Wiedereröffnung. Ja, auch sowas gehört manchmal zu einer Großveranstaltung dazu.
Am Ende muss ich aber sagen: Ich hatte eine wahnsinnig schöne Zeit! Sie war eine Mischung aus Spaß, Schreiben, Begegnungen und einzigartigen Momenten mit Menschen – genau das, weswegen ich mich für diesen Job entschieden habe.
Ich werde die Zeit auf der Cranger Kirmes in Erinnerung behalten und wer weiß, vielleicht war es ja nicht mein letztes Mal als Reporterin auf Crange.