Was der Einstieg ins Volontariat mit dem Kopf macht

Der Übergang vom Studium ins Berufsleben ist für Viele eine ziemliche Umstellung – auch für mich. Vom frei gestaltbaren Uni-Alltag hinein in die Strukturen einer Redaktion, von Vorlesungen in Hörsälen zu täglichen Telefonaten, Deadlines und Redaktionskonferenzen.

Ich habe mich auf mein Volontariat gefreut, keine Frage. Schließlich gibt es Voloplätze nicht wie Sand am Meer. Und nach jahrelangem Uni-Bankdrücken wurde es auch mal Zeit für Praxis. Trotzdem: Viele Dinge brauchen einfach Zeit. Und genau deshalb gibt es diese Ausbildungsphase im Journalismus. Ein Volontariat bietet einen praxisnahen Einstieg in die Medienwelt. Man lernt viel, übernimmt früh Verantwortung und wird dabei von erfahrenen Kolleg*innen begleitet. Gleichzeitig ist man unmittelbar in den redaktionellen Alltag eingebunden – mit all seinen Chancen, aber auch Herausforderungen.

Gerade weil man viel mitnimmt und schnell wächst, können die Anforderungen an einen selbst mitunter hoch sein – sei es durch das eigene Anspruchsdenken, Volo-Kolleg*innen, die vielleicht schon etwas weiter sind oder durch äußere Erwartungen.

Plötzlich ist der Tag durchgetaktet, es gibt Verantwortung, klare Abläufe – und oft hat man, gerade zu Beginn, sehr hohe Erwartungen an sich selbst. Manchmal hat man das Gefühl, sofort alles können zu müssen: schreiben, fotografieren, recherchieren – und ganz nebenbei auch noch Social Media managen. Dass man eigentlich gerade erst anfängt, vergisst man dabei schnell.

Für den Kopf kann dieser Übergang ziemlich fordernd sein. Das Gedankenkarussell dreht sich: Bin ich gut genug? Was halten meine Kolleg*innen von mir? Passe ich ins Team?

Ich habe gelernt: Es ist völlig normal, dass dieser Umstieg schwerfällt. Die Unsicherheit, die ständige Selbstprüfung, das Gefühl, funktionieren zu müssen – viele im Volontariat empfinden genau das. Und meistens ist es schon die halbe Miete, wenn man sich genau das klarmacht.

Außerdem: Man ist im Volontariat nicht allein. Was hilft, ist Austausch – zum Beispiel mit anderen Volo-Kolleg*innen. Ein regelmäßiger Stammtisch bietet sich an. Oder Gespräche mit Leuten, die schon ein paar Schritte weiter sind. Denn fast alle haben mal mit einem Volo angefangen – und viele kennen diese Unsicherheit sehr gut. Hilfreich ist auch, dass man eine*n Mentor*in an der Seite hat. Neben Feedback zu den eigenen Texten kann man auch mit den Sorgen und Fragen, die im Redaktionsalltag belasten, auf offene Ohren zählen.

Also: Wenn du gerade anfängst und alles zu viel erscheint, bist du nicht allein. Es ist okay, sich überfordert zu fühlen. Und es ist okay, nach Hilfe zu fragen.