Letzter Halt: Hamburg Media School - unser Abschlussseminar
Anfang Juli hieß es für uns FUNKE-Volos: Koffer packen und mit dem Zug Richtung Hamburg. Warum? Dort fand unser Abschlussseminar an der Hamburg Media School statt. Ich muss ehrlich sagen: Neben dem Kursinhalt habe ich mich besonders darauf gefreut, meine Volo-Kolleg*innen aus anderen Titeln und Redaktionen wiederzusehen. Ich selbst bin Volo bei der WAZ und komme aus dem Ruhrgebiet – die anderen aus Thüringen, Hamburg oder Berlin. Das letzte Mal, dass wir in dieser Kombination zusammengekommen sind, war im Oktober vergangenen Jahres beim ProContent-Kurs. Allein deswegen war meine Vorfreude riesig.
Von Mittwoch bis Freitag waren wir in Hamburg – gar nicht so viel Zeit eigentlich. Deshalb hieß es direkt nach dem Einchecken im Hotel: gemeinsam den Kiez unsicher machen und sich über die letzten Monate austauschen. Wie läuft das Artikelschreiben? Welche Themen haben wir gefunden? Was hat uns besonders bewegt? Welche Probleme und Herausforderungen gibt es? Dieser Austausch hat mir unglaublich geholfen. Man merkt einfach: Man ist nicht allein mit seinen Sorgen. Es gibt aufmunternde Worte, neue Ideen – und natürlich auch den ein oder anderen Witz.
Am nächsten Morgen ging es dann ans Eingemachte. Der Titel des Seminars: „Digitale Geschäftsmodelle“. Zuvor hatten wir bereits intensive Seminartage zu „Dateninformiertes Arbeiten“, „Social Media“ und „Audiences Weiterbildung“. Genau darauf baute die Zeit in Hamburg auf. Unser Kursleiter Johannes Meyer führte uns durch zwei Tage voller Gruppenarbeit. Wir sollten unsere Ideen weiterentwickeln, strukturiert, mit einer klaren Methode und konkreten Fragestellungen.
Zuerst ging es darum, das Problem zu definieren und Motivation sowie Mehrwert für die Nutzer*innen herauszuarbeiten. Dann haben wir uns mit Alternativen beschäftigt: Was gibt es schon auf dem Markt? Anschließend prüften wir unsere Ressourcen und lernten, wie sinnvoll es ist, auf bereits Vorhandenes zurückzugreifen. So etwas kann eine Chefredaktion nämlich besonders überzeugen. Schließlich formulierten wir konkrete Ziele und eine gewünschte Entwicklung für unser Projekt.
Ich kann euch sagen: Uns rauchten zeitweise ganz schön die Köpfe. Ein heiteres Aufmunterungsspiel im Innenhof brachte jedoch schnell wieder frische Ideen. Zum Glück wurden wir bestens mit Snacks und Brötchen versorgt. Koordinatorin Sara Mitrovic stand uns jederzeit für Fragen zur Verfügung und kümmerte sich auch um unser leibliches Wohl, inklusive eines gemeinsamen Abendessens in einer Pizzeria an der Elbe. Die Pizzen waren köstlich, auch wenn die Wartezeit uns gleich wieder hungrig gemacht hat. Aber kein Wunder: Wir sind ein doppelter Volo-Kurs und doppelt hungrig.
Am letzten Tag ging es an den Feinschliff unserer Präsentationen, die wir am Nachmittag in einem wunderschönen alten Hörsaal hielten. Ich fand es sehr spannend, die Ideen der anderen in ihrer ausgefeilten Form zu sehen: von einer Meme-Page über ein Schulprojekt, das Jugendliche für Journalismus begeistern soll, bis hin zu einem „Behind the Scenes“-Format, das mehr Vertrauen in Medien schaffen möchte. Am Ende kürten wir die beste Idee mit Applaus, auch wenn die Entscheidung nicht leichtfiel.
Für mich war es eine tolle Erfahrung, im Volontariat einmal „out of the box“ denken zu dürfen – nicht auf der Suche nach Themen für den nächsten Artikel, sondern einen kreativen Pitch zu entwickeln. Hamburg hat mir gezeigt: Guter Journalismus lebt nicht nur von starken Geschichten, sondern auch von den Ideen, wie man sie in Zukunft noch besser erzählen kann.